BLEIBERECHT

Mahnwache in Schladming für Hossein K. • ‚Österreich wacht und betet‘
40 Betende fanden sich mit Pfr.in Waltraud Mitteregger zur Mahnwache vor dem evang. Pfarrhaus Schladming.
Vor einer Woche wurde Hossein K., ehemaliger Lehrling der Klinik Diakonissen, aus dem Kirchenasyl gerissen und befindet sich seither in Schubhaft. Immer in Gefahr, jederzeit abgeschoben werden.
Die Mahnwache in Schladming wird ab jetzt jeden Donnerstag gehalten.
Für Hossein K., für alle, die demselben Schicksal ausgesetzt sind.
Viele weitere Orte in ganz Österreich haben sich der Mahnwache solidarisch angeschlossen.
Infos über: www.facebook.com/groups/2296388427134111/ 

Fotos: Martin Weirer

 

MAHNWACHE FÜR HOSSEIN jeden DONNERSTAG

Wir laden ein zur Mahnwache jeden Donnerstag von 18 bis 18:30 Uhr vor der evangelischen Kirche Schladming, bis der Ausgang von Hossein’s Abschiebestopp und Bleiberecht geklärt ist.


ORIENTIERUNG in ORF II – Sonntag, 17. November 12:30 Uhr

Sonntag, 17. November 12:30 Uhr FERNSEHBERICHT über Hossein und die breite Soldarititätswelle in der Sendung ORIENTIERUNG in ORF II


‚Fassungslos aber nicht hoffnungslos‘

Bischof Michael Chalupka:
‚Berührender Gottesdienst und Mahnwache in Schladming für Hossein K., der aus dem Schutz der Katholischen und Evangelischen Pfarrgemeinden von Schladming heraus in Schubhaft genommen wurde. Obwohl er als Lehrling im Diakonissenkrankenhaus bestens integriert war. In all der Angst um ihn war die Liebe und Solidarität seiner Arbeitskolleginnen, der Pfarrgemeinden,  der Stadt Schladming und seiner Pateneltern zu spüren. Danke dafür!
#abschiebestopjetzt‘
Rund 600 Menschen besuchten den evangelischen 11vor11 Gottesdienst in Schladming.
In diesem Gottesdienst wurde gefeiert:
Die Big Band Schladming und der aus 6 Chören* einzigartig zusammengestellte ‚Styrian Worship Choir’ unter der Leitung von Todd Billingsley begeisterten und luden zum gemeinsamen Lobpreis ein.
Pfr.in Waltraud Mitteregger predigte zum ‚notwendigen Gegengewicht der Menschlichkeit‘:
‚Von Herzen‘.
In Anwesenheit der Zieheltern und Paten von Hossein Khavary, Regina und Kurt Höfer, von Bischof Michael Chalupka, der Direktorin der Diakonie Österreich, Dr. Maria Katharina Moser, dem Direktor Klinik Diakonissen, Dipl.Ing. Hannes Stickler wurde für Hossein gebetet.
In der anschließenden Mahnwache stemmten sich in Anwesenheit viele – aus nah und fern – im Gebet gegen die drohende Abschiebung des jungen Mannes nach Afghanistan. Einem Land, in dem er nie gelebt hat, das für ihn als Christ und Hazara lebensgefährlich ist.
Im Anfangswort der Mahnwache erinnerte Pfr. Andreas Gripentrog an Hosseins Lieblingsbibelvers:
Christus spricht:
„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.” Gott segne, tröste und behüte ihn mit dieser Gewissheit.
Danke allen, die weiter unermüdlich für ihn eintreten!

Dipl.Päd. Monika Faes
Flüchtlingsbeauftragte
der Evang. Pfarrgemeinde Schladming

*Evang. Kirchenchor Schladming, Evang. Kirchenchor Ramsau, Herzklang, Singkreis ‚Ein neues Lied‘, Studentenchor Tauernhof, Volkshochschulchor

Aufruf zu Kirchenasylbewegung

Mahnwache Schladming, 10.11.2019 – Nach Mt. 25,31ff.

Wenn der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Da wird der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Asylant gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich hatte keine Ausbildung und ihr habt mir eine Lehre ermöglicht. Ich war ohne Familie, völlig entwurzelt und ihr habt mir ein emotionales Zu Hause hier in Schladming gegeben. Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zu seiner Linken: Geht weg von mir, in das ewige Feuer. Denn mein Asylantrag wurde zu Unrecht abgelehnt, und ihr habt mir keinen 2. Asylantrag genehmigt. Ich wurde im Kirchenasyl mit offenen Armen aufgenommen und ihr habt mich dem Schutz der Kirche entrissen. Ihr habt Gesetze um die Menschen zu schützen, doch ihr setzt mich bei der Abschiebung nach Afghanistan als Christ dem Tod aus. Und der König wird antworten: Wahrlich ich sage euch, was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.

* Was ist die Aufgabe des Staates? Die Aufgabe des Staates ist, seine Bürger zu schützen und konstruktive Lebensbedingungen zu schaffen. Was ist die Aufgabe des Staates gegenüber Menschen auf der Flucht? Die Aufgabe des Staates ist sie menschenwürdig zu behandeln. Was ist die Aufgabe der Kirche? Die Aufgabe der Kirche ist die Liebe Gottes im Wort zu verkündigen und in der Tat umzusetzen. Was ist die Aufgabe der Kirche gegenüber Menschen auf der Flucht? Die Aufgabe der Kirche ist es, ihnen beizustehen, ihnen Schutz zu gewähren und ganz besonders in humanitären Härtefällen für sie einzutreten. Das ist der Auftrag der Kirche im Kirchenasyl. Wenn das Kirchenasyl vom Staat nicht mehr geachtet und ohne Notwendigkeit gebrochen wird, wenn ein 20jähriger Flüchtling aus dem Kirchenasyl in Schubhaft genommen wird, dann haben die Kirchen den Auftrag aufzustehen und sich zu wehren.

* Darum wollen wir heute aufstehen für das Recht der Geringsten, denn der Automatismus von Abschiebungen in Fällen wie bei Hossein braucht das Gegengewicht der Menschlichkeit, die das Evangelium uns eröffnet. Unsere Gesellschaft und unser Staat können ohne Menschlichkeit nicht funktionieren. Jesus Christus unser König sagt uns: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan. Darum fordern wir das Recht auf Kirchenasyl ein. Und wir starten heute eine Kirchenasylbewegung in Österreich mit einer Vernetzung aller christlichen Gemeinden, die Asylanten in Schutz nehmen. Ohne mutige Menschen, die sich dem nationalsozialistischen System widersetzt haben, und Juden versteckt haben, hätten viele Juden und Jüdinnen nicht überlebt. Es ist zu wenig, diese Menschen heute zu ehren. Wir brauchen ein Kirchenasyl, das vom Staat und seinen Behörden respektiert wird.

Pfr.in Mag. Waltraud Mitteregger

Evangelische Pfarrgemeinde Schladming

Martin Luther-Straße 71 8970 Schladming

UNTERSCHRIFTENLISTE:

Unter dem Link „Abschiebestopp“ können sie eine UNTERSCHRIFTENLISTE für den Abschiebestopp und das Bleiberecht für Hossein K. aus Schladming ausdrucken und Unterschriften sammeln

Abschiebestopp

Stellungnahme des Presbyteriums der evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Schladming für einen Abschiebestopp und das Bleiberecht für Hossein K.

Hier der ausführliche Text:

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